Der statistische Blick

Überkapazitäten I: Die Spitäler der Nordwestschweiz

Die Spitaldichte ist in der Nordwestschweiz besonders hoch. Zwölf Spitäler und Kliniken, davon sieben öffentliche, bieten in der fast geschlossenen Versorgungsregion nördlich des Juras stationäre Akutmedizin in drei oder mehr Disziplinen an. Hinzu kommen 13 elektive Versorger wie Geburtshäuser, Palliativzentren und Chirurgiekliniken, weitere Spitäler befinden sich nur wenige Kilometer ausserhalb dieses Gebietes. Eines Gebietes, in dem keine Gemeinde mehr als 40 Strassenkilometer von Basel entfernt ist und einzig die Einwohner Roggenburgs die Stadt nicht in einer Stunde per Auto, Bahn oder Bus erreichen können – dafür das nur 15 Kilometer entfernte Delémont.

Überkapazitäten II: Pflegetage [rot] und ambulante Behandlungen [blau] 1996 –2016

Schon seit über 20 Jahren ist die Zahl der an den Baselbieter Spitälern geleisteten stationären Pflegetage abnehmend, in Liestal wurde der Rekord sogar schon 1970 erreicht. Und das, obwohl die Patientenzahlen lange stiegen oder konstant blieben. Ein Grund ist im medizinischen Fortschritt zu sehen, der schnellere und mehr ambulante Behandlungen erlaubt. Das Jahr 2012 markiert einen Knick bei allen drei Kennzahlen: Die Einführung von Fallpauschalen zwang die Spitäler, das ambulante Potenzial noch besser auszuschöpfen, und die freie Spitalwahl zeigte schonungslos auf, dass die Patienten zentral gelegene Spitäler bevorzugen.